Briefmarke und Münze für Alexander von Humboldt

Briefmarke und Münze für Alexander von Humboldt

Mit Kunst am Schloss und einem Festakt in der Stadtkirche ist in Goldkronach am Wochenende der 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt gefeiert worden. Höhepunkt der Festveranstaltungen waren die Vorstellung der neuen Sonderbriefmarke und Sondermünze sowie die Auslobung des ersten Alexander von Humboldt-Nachwuchspreises.

Prominente Gäste waren die Parlamentarische Arbeits- und Sozialstaatssekretärin Anette Kramme aus Bayreuth und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber aus Forchheim. Kramme stellte die neue Sonderbriefmarke und die Sondermünze zu Ehren Alexander von Humboldts vor, Glauber würdigte den Universalgelehrten unter anderem als Ökopionier, Prophet des Klimawandels, als Weltenerforscher und Weltenentdecker sowie als „Shakespeare der Wissenschaften“.

Glauber entdeckte sogar eine Wahlverwandtschaft Humboldts mit Greta Thunberg, denn Humboldt habe den Klimawandel überhaupt erst entdeckt. Was die Fridays-für-Future-Bew2egung betrifft, so sprach der Umweltminister von wichtigen Aspekten, die von der Jugend an die Politik herangetragen würden. Sich für die Natur und für den Klimaschutzstark zu machen, das sei ganz im Sinne von Humboldt.

Die Worte des Ministers lockten später beim Bayreuther Landrat Hermann Hübner vorsichtigen Widerspruch hervor. Humboldt würde zwar heute auch an der Spitze einer derartigen Bewegung stehen, er würde aber nicht nur anprangern, sondern auch Lösungsvorschläge hervorbringen, so Hübner. Humboldt sei eben auch ein Verfechter des ökologischen-ökonomischen Kompromisses gewesen, so der Aufsichtsratsvorsitzende des Hauptsponsors BayWa, Manfred Nüssel.

Eine ganz andere Facette von Humboldts Wirken stellte die Sozialstaatssekretärin Anette Kramme in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Alexander von Humboldt hätte die heutigen populistischen Entwicklungen nicht toleriert und wäre ihnen entscheiden entgegengetreten. Für Humboldt hätten ausschließlich Fakten und die wissenschaftliche Erkenntnis gezählt und nicht Vorurteile“, so Kramme. Sie forderte: „Wir brauchen mehr Humboldt´schen Geist in Bildung und Politik.“

Die neue Sonderbriefmarke, die Kramme vorstellte, wurde von Horst F. und. Gerda M. Neumann aus Wuppertal gestaltet. Sie hat einen Wert von 80 Cent und ist bereits seit 5. September in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich. Die neue Silbermünze hat einen Wert von 20 Euro.

Die Auslobung des Alexander-von-Humboldt-Nachwuchspreises nahm anschließend der Vorsitzende des Alexander-von-Humboldt-Kulturforums Schloss Goldkronach Hartmut Koschyk vor. „Mit diesem Preis wollen wir die für Franken bedeutsame Beschäftigung mit dem Wirken Alexander von Humboldts in unserer Region zwischen 1792 und 1797 durch Einzelpersonen oder Gruppen im Alter von 15 bis 35 Jahren würdigen“, sagte Koschyk. Humboldt habe sich als Bergbeamter nicht nur für die ökonomische Entwicklung seiner Reviere interessiert, ihm sei auch der sorgsame und nachhaltige Umgang mit den natürlichen Ressourcen besonders am Herzen gelegen. Dabei habe er aber auch nicht das Wohlergehen und die Bildung der Bergleute und derer Familien vergessen. Die kollegiale Zusammenarbeit mit den einheimischen Beamten und Bergleuten sei dabei selbstverständlich gewesen.

Die Befassung mit den fränkischen Jahren Alexander von Humboldts im Rahmen des Nachwuchspreises kann dabei auf dem Gebiet der Wissenschaft, der Technik sowie aller Formen der Kunst erfolgen. Die Preisbewerbungen können schriftlich, gegenständlich oder filmisch eingereicht werden und müssen nachhaltig ausgerichtet sein. Dies bedeutet, dass die Auseinandersetzung mit dem fränkischen Erbe Alexander von Humboldts nicht nur kurzfristige Impulse setzen soll, sondern eine Langzeitwirkung entfalten muss. Wettbewerbsbeiträge können sowohl von Einzelpersonen als auch von Gruppen erstellt und eingereicht werden. Die Einzelpersonen und Mitglieder der Gruppen müssen mindestens 15 Jahre und dürfen höchstens 35 Jahre alt sein. Die Wettbewerbsbeiträge sind bis zum 1. März 2020 beim Alexander von Humboldt Kulturforum Schloss Goldkronach einzureichen. Der 1. Preis ist mit 5000, der 2 Preis mit 3000 und der dritte mit 2000 Euro.